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Universität Graz Bildungsräume gestalten und langandauernde Spielskripte anregen Über das Projekt
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Bildungsräume gestalten und langandauernde Spielskripte anregen

In dem Projekt entstanden Impulsvideos, wie Räume in elementarpädagogischen Einrichtungen ausgestaltet werden können, sodass sie das Spiel von Kindern anregen und langandauernde Spielskripte bei Krippen- und Kindergartenkinder unterstützen.

Die Qualität der Lernumgebung beeinflusst maßgeblich, welche Erfahrungen Kinder in elementarpädagogischen Einrichtungen machen. Eine durchdachte Gestaltung bietet Kindern die Möglichkeit neue Erkenntnisse zu gewinnen, ihre Interessen eigenständig zu verfolgen und aktiv am Alltag zu partizipieren. Die Verantwortung für die Gestaltung der Lernumgebung liegt bei der pädagogischen Fachperson. Sie sollte bewusst konzipiert, geplant und gezielt bereitgestellt werden.

Innenansicht eines Spielraums mit Matratzen und Elementen zum Spielen und Klettern ©by Vinzent Trenkler
©by Vinzent Trenkler

Dabei variieren die räumlichen Bedingungen zwischen elementarpädagogischen Bildungseinrichtungen und auch je nach pädagogischem Konzept. So sind in Gruppenkonzepten meist verschiedene Spielangebote innerhalb des Gruppenraums angeordnet, während in offenen Häusern die Kinder aus allen Gruppen mehrere Räume gemeinsam nutzen. Daher kann hier in den einzelnen Funktionsräumen i.d.R. eine differenziertere Materialausstattung erfolgen. 

Um Kindern vielfältige Tätigkeits- und Lernfelder zu eröffnen, empfiehlt es sich (ganz unabhängig vom Raumkonzept) Spielorte und -materialien für alle Spielformen vorzusehen (Walter-Laager & Fasseing Heim, 2021):

  • Gestaltungsspiele  
  • Bau- und Konstruktionsspiele  
  • Bewegungsspiele
  • Kleine Rollenspiele (Kleine Welt)
  • Große Rollenspiele  
  • Gesellschafts- und Lernspiele  
  • Rezeptionsspiele  

Neben den Spielformen sind die individuellen Bedürfnisse der Kinder nach Ruhe, Essen oder Bewegung zu beachten.  

Ein Raum mit Spielsachen ©by Vinzent Trenkler
©by Vinzent Trenkler

Eine gut durchdachtes Raumkonzept berücksichtigt (sowohl in gruppenorientierten als auch in halboffenen/offenen Konzepten) die Verteilung von ruhigen und lebhaften Aktivitäten und fördert Ruhe, Konzentration und Bewegung in unterschiedlichen Sozialformen (Alleinspiel, Kleingruppen, Partnerspiel). Bewusste Verknüpfungen zwischen Bereichen, wie die Nähe von Bau- und kleinem Rollenspiel, unterstützen Interaktionen und kreative Übergänge. Auch die Verkehrswege werden so geplant, dass Unruhe und Störungen möglichst vermieden werden. Partizipation und selbstständiges Spiel gelingt, wenn Materialien frei und ohne Hilfe erreichbar sind sowie ansprechend präsentiert werden.

Weiters trägt die pädagogische Fachperson die Verantwortung, eine Umgebung zu schaffen, in der die Entwicklungsstände aller Kinder Berücksichtigung finden und die Kinder unterschiedliche Möglichkeiten finden, ihr Spiel zu erweitern. Pädagog:innen bieten daher in jedem Spielbereich vielfältiges Material in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden an, sodass den Kindern Materialien für einfache als auch komplexere Spielhandlungen zugänglich sind.

Um als Fachperson zu gewähren, dass alle Kinder anspruchsvolle und anregende Spiel- und Lerngelegenheiten finden, ist es zudem notwendig, die Kinder regelmäßig zu beobachten und die Lernumgebung kontinuierlich anzupassen oder zu erweitern. Für die Arbeit in offenen oder in teiloffenen Einrichtungen bedeutet dies, dass Kinder nicht über viele Jahre hinweg immer gleichbleibende Erfahrungsmöglichkeiten erhalten, sondern dass auch hier die Spielmöglichkeiten ausgetauscht oder ergänzt werden, insbesondere dann, wenn sie wenig genutzt werden oder nur kurze Spielhandlungen anregen (Walter-Laager et al., 2025). So kann gewährleistet werden, dass das zur Verfügung gestellte Material an aktuelle Entwicklungsphasen anknüpft und die Zone der nächsten Entwicklung im Blick hält.

Die Gestaltung der Lernumgebung ist ein dynamischer Prozess. Eine variantenreiche Ausstattung und kontinuierliche Anpassung der Umgebung sind wesentlich, um den Kindern anregende Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten zu bieten.

Wie eine durchdachte Raumkonzeption und Materialausstattung in elementarpädagogischen Einrichtungen gelingen kann wurde in acht Videos beispielhaft aufbereitet. Die Videos geben praxisnahe Impulse für eine anregende, abwechslungsreiche wie auch partizipative Umgebung, in der individuelle Bedürfnisse von Kindern berücksichtigt werden und ein langandauerndes Spiel von Kindern befördert wird.

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